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Der absolute Wahnsinn

HANDBALL DHB-Team wird von 700 Fans am Quartier empfangen Linksaußen Dominik Klein: "Das kann dir keiner mehr nehmen"

WIEHL · Als er die ständigen Fragen nach den Siegchancen für das Endspiel gegen die Polen (Sonntag, 16.30 Uhr/ARD) langsam Leid war, gab sich Markus Baur geschlagen. "Na gut", grinste der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Das Endspiel machen wir nicht mehr mit. Wir geben auf."

Eine Aussage, die gestern im Hotel "Zur Post" in Wiehl nicht mehrheitsfähig war. Locker und gelöst, als wäre ihnen eine Zentnerlast von den Schultern gefallen, versuchten die Spieler des frisch gebackenen WM-Finalisten die Ereignisse der vergangenen 24 Stunden zu verarbeiten. Das Jahrhundert-Halbfinale gegen die Franzosen. Die grenzenlose Jubel-Party in der Kölnarena. Und den Empfang, der sie nach der Rückkehr am Hotel "Zur Post" in Wiehl erwartet hatte. Rund 700 Fans warteten dort auf den Teambus, bildeten ein Spalier für das DHB-Team. "Das war der absolute Wahnsinn, überall diese strahlenden Gesichter", war Linksaußen Dominik Klein auch am Morgen danach noch sichtlich beeindruckt. "Ich habe mir ein Megaphon geschnappt - und die Meute hat mitgesungen. Humba, Humba, Täterä. Riesig. Das kann dir keiner mehr nehmen."

Mit einem Feuerwerk war die Mannschaft nach dem 32:31-Herzstillstand-Halbfinale (nach zweimaliger Verlängerung) von den Fans empfangen worden, bis in die Nacht haben sie danach noch zusammengesessen. "An Schlafen war gar nicht zu denken", sagte der sichtlich von den Strapazen gezeichnete Torsten Jansen. "Erst haben wir noch im Besprechungsraum gesessen und dann in kleineren Gruppen auf den Zimmern ferngesehen - da lief überall Handball, unglaublich." So viel davon, dass es für Christian Zeitz irgendwann genug war. "Ich wollte einfach nur noch etwas anderes sehen", sagte er. "Dann bin ich auf Eurosport beim Pokern hängen geblieben. Aber die Kartenbilder waren auf meinem kleinen Fernseher kaum zu erkennen, da bin ich eingeschlafen."

Gestern gab der Bundestrainer seinen Spielern frei. Kein Training, keine Mannschaftsbesprechungen und vor allem kein Wecken: "Wir durften so lange schlafen wie wir wollten", sagte Torsten Jansen, der im Spiel gegen die Franzosen bis an seine körperlichen Grenzen gegangen war. So weit, dass er zum Ende der regulären Spielzeit gegen die Franzosen zur Bank gegangen war und Heiner Brand signalisierte, dass er nicht mehr kann. "Als Toto kam und gesagt hat, dass er platt ist, haben wir noch kurz besprochen, was zu tun ist - dann bin ich raus", schilderte Dominik Klein, der gleich mit einem Kempa-Trick ins Spiel geflogen kam. "Ich habe ja vorher so viel Leidenschaft auf der Bank gezeigt, dass ich schon heiß war, als ich reingekommen bin."

Heiß war auch Andrej Klimovets, doch musste sich der Kreisläufer im bisherigen Turnierverlauf aufgrund einer Wadenverletzung nur mit sporadischen Einsätzen zufrieden geben. Umso überraschender, dass "Klimo" gegen die Franzosen plötzlich für den bisher überzeugenden Sebastian Preiß zum Einsatz kam. "Ich habe dann alles versucht", sagte der 32-jährige Routinier, der vor allem in der Defensive an der Seite von Oliver Roggisch einen überragenden Part gegen Karabatic und Narcisse gespielt hatte. "Heiner hat uns gesagt, dass wir dieser Partie nur gewinnen, wenn wir in der Abwehr 100 Prozent geben. Das haben wir gemacht."

5.2.07 13:47

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